Blue Buildings
Bei dem Paradigmenwechsel vom Green zum Blue Building geht es um die Entwicklung weg von der reinen Energieeffizienz hin zu einer gesamtheitlichen Nachhaltigkeit. Ökonomie und Ökologie spielen dabei eine tragende Rolle und auch technische Leistungsfähigkeit, soziokulturelle Aspekte, der schonende Umgang mit Ressourcen und Energie, das Beachten wirtschaftlicher und menschlicher Bedürfnisse.
blueCARD
Mit der „BlueCARD“ steht der Bau- und Immobilien¬branche erstmals ein Gebäudepass zur Bewertung der Nachhaltigkeit des Bestands zur Verfügung. Als leistungsorientiertes, übersichtliches und leicht verständliches Ratingsystem deckt die Blue Card alle relevanten Felder des nachhaltigen Bewirtschaftens ab und deklariert den Gebäudebestand mittels der Aussage: „Ja, das Gebäude erfüllt grundlegende Anforderungen der Nachhaltigkeit“ oder „Nein, das Gebäude ist nicht nachhaltig“.
Gibt es Konkurrenzsysteme zu dem der ÖGNI bzw. DGNB?
Ja! Auf internationaler Ebene gibt es v.a. das amerikanische Leed und das britische Breeam als etablierte Konkurrenz. Durch den Kooperationsvertrag der ÖGNI mit der DGNB ist das DGNB-System, das flexibelste und ausgereifteste System am Markt, nicht Konkurrent sondern Partner der ÖGNI. In Österreich bietet noch die Österreichische Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (ÖGNB) Nachhaltigkeitszertifizierungen an. Versuche im Frühjahr 2009, eine gemeinsame Vorgangsweise zu erreichen, sind leider an grundlegenden Auffassungsunterschieden bezüglich Internationalität, Offenheit der Organisation und Unabhängigkeit der Auditoren gescheitert.
Gibt es vergleichbare Organisationen und Aktivitäten auch in anderen Ländern?
ÖGNI und ÖGNB sind beide österreichische Vereine, die im Bereich der Zertifizierung der Nachhaltigkeit von Gebäuden tätig sind. Die ÖGNB hat ein eigenes Zertifizierungssystem entwickeln und bietet über die involvierten Institute auch selbst die Zertifizierung an. Die ÖGNI unterscheidet sich von der ÖGNB unserer Auffassung nach in drei wesentlichen Punkten:
1.Die ÖGNI ist über den Kooperationsvertrag und die Einbindung in das World Green Building Council international vernetzt und bietet auch ein international anerkanntes Zertifizierungssystem an.
2.Die ÖGNI versteht sich als offene Organisation (Verein), die allen interessierten Unternehmen, Organisationen und Personen die Möglichkeit bietet, sich einzubringen.
3.Die ÖGNI führt nicht selbst Zertifizierungen durch, sondern überlässt dies unabhängigen Auditoren, und beschränkt sich auf die Entwicklung bzw. Anpassung des Systems und auf die Kontrolle der Qualität der Auditoren und der Zertifizierungen.
Kann ich bei der ÖGNI mitarbeiten?
Ja! Die ÖGNI lebt, wie jeder Verein, vom Engagement ihrer Mitglieder. Formale Möglichkeiten der Mitarbeit bestehen im Vorstand, im Fachausschuss und im Bildungsausschuss. Bei diesen Gremien ist natürlich im Interesse einer sinnvollen Arbeit eine gewisse Stabilität der Mitgliedschaft notwendig. Darüber hinaus wird laufend Input für die Entwicklung neuer Systemvarianten in Arbeitsgruppen benötigt. Durch das Einbringen von Vorschlägen, die Organisation von Spezialprojekten udgl. können Sie sich natürlich für formalere Funktionen „empfehlen“.
Kann ich noch Gründungsmitglied der ÖGNI werden?
Nein! Eine Gründungsmitgliedschaft der ÖGNI war nur bis zur Gründungsversammlung am 29.9.2009 möglich. Sie können aber Mitglied der ÖGNI werden. Gründungsmitglieder und Mitglieder unterscheiden sich nicht in ihren Rechten und Pflichten. Die Gründungsmitglieder werden nur als solche ausgewiesen und sind berechtigt, das Logo „ÖGNI-Gründungsmitglied“ zu verwenden.
Sind die Aktivitäten der ÖGNI international eingebunden?
Ja! Die ÖGNI ist durch einen Kooperationsvertrag eng mit der DGNB (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen) verbunden. Darüber hinaus vertritt die ÖGNI Österreich im World Green Building Council, einer globalen Organisation von derartigen Einrichtungen, und unterstützt auch organisatorisch einige Green Building Councils in Mittel- und Osteuropa.
Verfügt die ÖGNI über ein funktionierendes Zertifizierungssystem?
Ja! Durch die Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) kann die ÖGNI auf die von der DGNB entwickelten Varianten deren Zertifizierungssystems zurückgreifen. Dieses Zertifizierungssystem ist in Österreich direkt anwendbar, was aber eine auf den Einzelfall bezogene Anpassung an die österreichischen Gegebenheiten durch den Auditor erfordert. Daher arbeitet der Fachausschuss der ÖGNI derzeit intensiv daran, das DGNB-System auf österreichische Verhältnisse zu adaptieren.
Die Anpassung erfolgt dabei im Bereich der Steckbriefe zu den einzelnen Bewertungskriterien, während das Grundsystem weitgehend unverändert bleibt. Das garantiert die Vergleichbarkeit der Ergebnisse. Da die Inhalte der Steckbriefe weitgehend voneinander unabhängig sind, kann die Adaptierung schrittweise erfolgen.
Wann werden die ersten Projekte zertifiziert?
Die ersten Gebäude sind bereits in Österreich nach dem DGNB System zertifiziert. Die ersten Zertifikate nach dem ÖGNI-Standard werden 2010 verliehen werden. Derzeit läuft die Pilotphase für die Variante „Büro- und Verwaltungsgebäude“.
Warum das „I“ statt des „B“ im Namen des Vereins?
Nachhaltigkeit ist unserer Ansicht nach nicht nur eine Frage des Bauens, sondern betrifft auch die nachgelagerten Bereiche der Nutzung und Vermarktung von Immobilien. Daher tangiert Nachhaltigkeit die gesamte Immobilienwirtschaft. Das ist der Grund, warum wir den allgemeineren Namen ÖGNI gewählt haben.
Was ist der Unterschied zwischen einem Zertifikat und einem Vorzertifikat?
Das Vorzertifikat wird mit der Einreichung der Planungsunterlagen verliehen, das Zertifikat mit der Fertigstellung des Bauwerkes.
Was ist die Konformitätsprüfung?
Die Konformitätsprüfung ist die Qualitätskontrolle der ÖGNI. Dabei wird überprüft, ob die Ergebnisse der Zertifizierung plausibel sind und mit Zertifizierungen ähnlicher Projekte konform gehen und ob die Standards der Zertifizierung eingehalten wurden. Die Konformitätsprüfung entspricht ungefähr einem wissenschaftlichen „Peer Review“.
Was kostet eine Zertifizierung bzw. Probezertifizierung?
Die Gebührenordnung der ÖGNI wird vom Vorstand beschlossen werden und liegt unter jener der DGNB.
Was sind die Zielsetzungen der ÖGNI?
Die ÖGNI bezweckt als nicht auf Gewinn ausgerichteter Verein die Förderung der effizienten Nutzung von Energie in Gebäuden, einer nachhaltigen Bauweise und der ressourcenschonenden Nutzung; des Weiteren die Förderung der Erforschung der wirtschaftlichen, technischen, rechtlichen udgl. Rahmenbedingungen für nachhaltiges Bauen und Sanieren sowie Bewirtschaften sowie die Schaffung eines für die nachhaltige Immobilienwirtschaft förderlichen öffentlichen Bewusstseins.
Was sind Systemvarianten und welche gibt es?
Das Zertifizierungssystem von DGNB und ÖGNI deckt die grundlegenden Dimensionen der Nachhaltigkeit (ökologische, ökonomische, soziale) und einige weitere ab. Systemvarianten operationalisieren diese Dimensionen für einen bestimmten Typ von Immobilien, indem sie eine Anzahl von Kriterien festlegen, nach denen die Dimensionen gemessen werden. Zu jedem der Kriterien gibt es einen ausführlichen Steckbrief, der u.a. beschreibt, warum dieses Kriterium Teil des Zertifizierungssystems ist und wie es gemessen werden soll.
Derzeit existieren die Systemvarianten „Büro und Verwaltung, Neubau“ und "Handel" sowie "Industrie". Weitere Systemvarianten sind in Vorbereitung.
Wer kann ÖGNI-Mitglied werden?
Grundsätzlich kann jedes Unternehmern oder jede Person, das oder die sich mit den Vereinszielen der ÖGNI identifiziert, Mitglied werden. Obwohl formal die endgültige Entscheidung beim Vorstand liegt, versteht sich die ÖGNI als Organisation, die allen Unternehmen und Personen offen steht.
Wie ist die ÖGNI rechtlich organisiert?
Die ÖGNI ist ein gemeinnütziger, nicht auf Gewinn ausgerichteter Verein nach dem österreichischen Vereinsgesetz. Die ÖGNI ist im österreichischen Vereinsregister unter der Nummer 017278102 registriert.
Wie kann ich ÖGNI-Mitglied werden?
Um ÖGNI-Mitglied zu werden, stellen Sie einfach einen Mitgliedsantrag. Das Formular für den Mitgliedsantrag finden Sie auf der Homepage unter Mitgliedschaft
Wie läuft eine Zertifizierung bzw. Probezertifizierung ab?
Die Zertifizierung bzw. Probezertifizierung wird von einem unabhängigen, von der ÖGNI anerkannten Auditor durchgeführt. Der Auditor schliesst einen Vertrag mit dem Auftraggeber und meldet das Projekt zur Zertifizierung bei der ÖGNI an. Dabei wird überprüft, ob der Auditor qualifiziert ist, und nach welcher Systemvariante das Objekt zu zertifizieren ist. Nach Abschluss der Zertifizierung wird deren Ergebnis der Konformitätsprüfung unterzogen, um sicher zu stellen, dass bei allen Zertifizierungen die gleichen Standards angewendet werden. Erst nach erfolgreicher Zertifizierung und Konformitätsprüfung wird von der ÖGNI das Zertifikat bzw. Vorzertifikat verliehen.
Wie werde ich ÖGNI-Auditor?
Empfohlen wird die Absolvierung einer Ausbildung mit der anschließenden Ablegung einer Prüfung, die von der ÖGNI angeboten wird.