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Sanierung nachhaltiger als Neubau

Sanieren

Wer das Ziel einer nachhaltigen Bauweise anstrebt, kommt nur schwer daran vorbei, sich mit dem Thema Sanierung auseinanderzusetzen. Bei all den Maßnahmen, die derzeit ergriffen werden, um unser gesellschaftliches Handeln in verschiedensten Branchen und Wirtschaftszweigen grüner zu gestalten, ist es daher verwunderlich, dass die Sanierungsrate in Österreich nach wie vor bei nur etwa 1% liegt! Für die ÖGNI und andere Unternehmen in der Bau- und Immobilienbranche, die den Schwerpunkt Ihrer Arbeit auf das Thema der Nachhaltigkeit legen, ist es daher besonders wichtig, sich mit der Instandhaltung und Revitalisierung bestehender Bauten auseinanderzusetzen, um nach Antworten auf die Frage zu suchen, wie die Sanierung stärker in den Fokus der Bauwirtschaft gerückt werden kann.

Neubau im Trend

Sieht man sich die Fertigstellungen von Neubauprojekten waren die letzten Jahre Rekordjahre für Österreich. Allein im Zeitraum von 2020 bis 2022 wurden fast 140.000 Wohneinheiten errichtet oder werden dieses Jahr voraussichtlich noch fertiggestellt[1]. Gleichzeitig herrscht bereits seit einiger Zeit ein Überschuss an Wohnraum am heimischen Markt. Vor diesem Hintergrund kommt schnell die Frage auf, ob es überhaupt sinnvoll ist, sich zusätzlich noch mit der Sanierung und Revitalisierung alter Gebäude zu beschäftigen. Gleich vorweg: Die Antwort auf diese Frage lautet JA. Dafür gibt es eine Reihe verschiedener Gründe, von denen die umweltbezogenen Aspekte für uns als ÖGNI besonders interessant sind.

Ressourceneffizienz durch Sanierung

Vor allem die Einsparung von Ressourcen und Abfall spricht aus der Perspektive der Umwelt für Sanierungen. Um ein bereits bestehendes Gebäude wiederherzurichten, werden je nach Zustand und Eigenschaften des Objekts oft weniger Rohstoffe und Materialien benötigt als für die Errichtung neuer Bauten. Wird stattdessen ein altes Gebäude abgerissen, um Platz für ein neues Projekt zu schaffen, müssen nicht nur erneut Ressourcen aus der Umwelt entnommen werden, sondern es entstehen auch große Mengen an baulichem Abfall. Dieser Bauschutt wandert letzten Endes oft als ungenutzte Ressource auf Deponien und sorgt somit für erhebliche Einbußen in der Ressourceneffizienz eines Bauprojekts.

Sanierung als Maßnahme gegen zunehmende Flächenversiegelung

Von der Versiegelung einer Fläche ist dann die Rede, wenn Boden durch bauliche Maßnahmen wasser- und luftundurchlässig abgedeckt wird und infolgedessen die biologische Produktivität in unterliegenden Schichten dauerhaft verloren geht.

Viele kennen diesen Begriff, doch kaum jemand weiß, dass Österreich in dieser Hinsicht traurigerweise Europameister ist. Derzeit wird in keinem anderen europäischen Land so viel Fläche pro Einwohnerin und Einwohner versiegelt wie bei uns. [2] Durch das anhaltende Wachstum unserer Städte und dem damit einhergehenden Ausbau von Infrastruktur, Wohn- und Gewerbeflächen und Industriegebieten wird uns dieser Spitzenplatz vermutlich auch vorbehalten bleiben – zumindest solange wir nichts an der Art ändern, wie wir der stetig ansteigenden Nachfrage nach verbautem Lebensraum nachkommen.

Um diesem Problem entgegenzuwirken, wird oft die Ortskernverdichtung diskutiert. Das Ziel dieses Ansatzes ist es, Städte nicht nach außen hin größer werden zu lassen, sondern diese nach innen zu verdichten. Somit soll vermieden werden, dass zusätzliche Flächen an den Rändern der Stadt versiegelt werden. Stattdessen sollen bereits verbaute Gebiete so umgestaltet werden, dass diese einer immer größer werdenden Bevölkerung nach wie vor als Wohn- und Lebensraum dienen kann. Die Sanierung und Revitalisierung von bestehenden Gebäuden spielt hierbei eine Schlüsselrolle, denn immer wieder gibt es in Städten Gebäude, die leer stehen und verfallen sind, nach einer Sanierung oder auch einem Umbau jedoch wieder genützt werden könnten.

Ausblick

Österreich möchte bis 2040 klimaneutral sein. Um dieses Ziel zu erreichen, muss in vielen Wirtschaftszweigen einiges geändert werden, die Immobilien- und Bauwirtschaft ist da natürlich keine Ausnahme. Es wird sicher nicht einfach sein, Wege zu finden, wie die Sanierungsquote erhöht werden kann und wie die Revitalisierung alter Gebäude mehr in den Fokus der Bauträger gerückt werden kann. Doch die ökologischen Argumente zeigen, dass es die Mühe wert sein wird.

Mehr zur Sanierung und Revitalisierung von Bestandsgebäuden, sowie weitere spannende Beiträge zum Thema Kreislaufwirtschaft können Sie auch in unserem Positionspapier „Kreislaufwirtschaft – Stop talking, start acting!” nachlesen, welches ab sofort auf unserer Website für Sie als Download zur Verfügung steht.

 

[1] https://a3bau.at/neubautaetigkeit-oesterreich-2022-rekordjahr-fertigstellungen-oesterreich

[2] https://www.sn.at/panorama/wissen/bodenverbrauch-in-europa-oesterreich-fuehrt-die-liste-an-39137911

Matthias Fryd

Autor

Sein Interesse für Nachhaltigkeit hat Matthias in der Handelsakademie entdeckt, wo er einen Schwerpunktzweig mit dem Fokus auf ökologisch...