NewsletterAnmeldung

Sie wollen mehr über die ÖGNI erfahren?
Jetzt Newsletter abonnieren!

Ergebnispräsentation Internationale Taxonomie Marktstudie

  • EU-Taxonomie Marktstudie

Internationale Taxonomie Marktstudie von vier europäischen Green Building Councils

Am 22.03.2021 wurden die Ergebnisse der internationalen Taxonomie Marktstudie im Rahmen einer Online-Veranstaltung in Österreich präsentiert.

Die Studie zur EU-Taxonomie wurde von der DGNB (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen), der ÖGNI, dem Green Building Council España (GBCe) und dem Green Building Council Denmark (DK-GBC) durchgeführt. Grundlage war die im März 2020 veröffentlichte erste Version der Taxonomie-Kriterien. Das von der EU entwickelte Klassifizierungssystem für nachhaltige Geldanlagen dient der Einordnung, welche Finanzprodukte und Investitionen einen wesentlichen Beitrag zu Umweltzielen wie dem Klimaschutz oder der Klimaanpassung erreichen und sich als “nachhaltig” im ökologischen Sinne deklarieren dürfen. Im Immobilienbereich geht es um die Anwendung von Kriterien bei Neubauten, Sanierungen sowie dem Erwerb und Eigentum von Gebäuden.

Zielsetzung der Taxonomie-Studie

Zielsetzung der Studie war es, die Marktfähigkeit und Anwendbarkeit der Taxonomie-Kriterien anhand realer Projekte zu untersuchen. Dabei sollte geprüft werden, wie gut Organisationen der Immobilien- und Finanzwirtschaft auf das Thema vorbereitet sind und inwieweit sie Kapazitäten aufbauen müssen, um die Bearbeitung der Taxonomie-Kriterien in ihren Prozessen zu integrieren. Auch erste realitätsnahe Erfahrungen zu Aufwand, Kosten und Vorteilen hinsichtlich der Implementierung der notwendigen Prozesse zur Datenerfassung sollten gesammelt werden. Untersucht werden sollte auch, welche Mehrwerte bestehende Zertifizierungen zur Erreichung der Anforderungen und zur Erleichterung der Dokumentation haben. Zusätzlich war das Ziel, konkrete Empfehlungen an die EU-Kommission zur Weiterentwicklung der Kriterien zu übermitteln.

Die Durchführung der projektindividuellen Taxonomie-Checks erfolgte im vergangenen Herbst. Unter den 62 Gebäuden waren 36 dem Bereich “Erwerb und Eigentum” zugeordnet, 22 Neubauten und vier Sanierungen. Für alle drei Bereiche gab es jeweils eigene Fragenkataloge. Die Projekte verteilen sich auf 23 unterschiedliche Unternehmen. Hierzu zählten unter anderem sieben Projektentwickler, sechs Pensionskassen sowie sechs Investment und Asset Manager. Zum Teil hatten die Teilnehmer bereits detailliertes Vorwissen zur Taxonomie, für andere war es ein komplett neues Themenfeld. 26 der Projekte verfügten über eine Zertifizierung.

Ergebis der internationalen Marktstudie

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass der Immobilienmarkt Nachholbedarf bei der Bearbeitung der Taxonomie-Kriterien hat, die von der Europäischen Union festgelegt wurden. Dies liegt einerseits an einer mangelhaften Verfügbarkeit der notwendigen Daten zur Nachweisführung. Andererseits sind einige der Kriterien in ihrer aktuellen Formulierung kaum erfüllbar. Lediglich Projekte, die bereits über eine außerordentliche Nachhaltigkeitsqualität verfügen, konnten die Taxonomie-Kriterien vollständig erreichen.

Konkrete Empfehlungen an die EU-Kommission zur Nachbesserung der Formulierungen pro Kriterium wurden bereits im Dezember auf Basis der ersten Studienauswertungen an die zuständigen Gremien und Personen übermittelt. Eine darüber hinaus gehende Empfehlung ist, etablierte Zertifizierungssysteme als Nachweisinstrumente anzuerkennen, um Synergieeffekte zu nutzen und unnötige Mehraufwände zu vermeiden.

Der Final Report sowie die Präsentationen der Online-Veranstaltung stehen Ihnen linkerhand zum Download zur Verfügung.